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Vision zur Energieerzeugung und -versorgung in Deutschland

Beschlossen am 17.10.2017 auf unserer Kreismitgliederversammlung in Friedberg:

Vision zur Energieerzeugung und -versorgung in Deutschland

Die jungen Liberalen der Wetterau haben eine klare Vision zur Zukunft der Energieversorgung: Die Energieerzeugung muss nahezu emissionslos werden. Das bedeutet, dass sowohl der Straßenverkehr als auch die Wärme- und Stromproduktion vollständig ohne fossile Energieträger funktionieren soll – und funktionieren bedeutet, dass in Deutschland Versorgungssicherheit und -stabilität ohne Stromimporte gewährleistet ist.

Bis das erreicht ist, wird Zeit vergehen. Insbesondere ist kein konkretes Datum seriös abschätzbar. Um unsere Vision zu erreichen, müssen aber verschiedenste notwendige universitäre und außeruniversitären Forschungen unterstützt werden – denn politisch und gesellschaftlich erwünschte Forschung ist nicht zwangsläufig rentabel. Konkret geht es um Speichertechnologien, Stromerzeugungssysteme, Antriebssysteme für Automobile und Wärmeerzeugung.

Im Moment liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch (Strom, Mobilität, Wärme) in Deutschland bei etwa 12%. Es existiert aktuell keine Möglichkeit, diesen Anteil kurzfristig erheblich zu erhöhen, ohne die Versorgungssicherheit (wenn man Stromimporte ausschließt) zu gefährden. Um Investitionen in erneuerbare Energien und die Forschung in den oben genannten Bereichen für die Marktteilnehmer wirtschaftlich attraktiv zu machen, müssen die gesellschaftlichen Kosten (insb. Luftverschmutzung) der konventionellen Energieproduktion von den Verursachern, also den Energieerzeugern, getragen werden. Wir verweisen hier auf die Beschlusslage der jungen Liberalen Hessen (Beschluss des 62. LaKo „Gegen den Strom? – Ein Plädoyer für einen echten Energiemarkt“).

Eine europäische oder, noch besser, weltweite Lösung im Sinne dieses Antrags ist wünschenswert und zu verfolgen. Da eine solche Lösung aber momentan nicht in Sicht ist, muss die Landes- und Bundespolitik hier vorangehen.

Schulfach Wirtschaft einführen!

Beschlossen am 17.10.2017 auf unserer Kreismitgliederversammlung in Friedberg:

Schulfach Wirtschaft einführen!

Die jungen Liberalen der Wetterau fordern die Einführung eines Schulfachs Wirtschaft, das an Realschulen für mindestens ein und an Gymnasien für mindestens eineinhalb Schuljahr unterrichtet wird und auf Gymnasien als Leistungskurs gewählt werden kann, sofern dies von der jeweiligen Schule angeboten wird. Thematisiert werden sollen sowohl praxisnahe als auch theoretische Grundlagen der Wirtschaft. Das Fach „Politik und Wirtschaft“ soll infolgedessen in „Politik und Recht“ umbenannt werden und sich auf diese Themenbereich beschränken (da in „Politik und Wirtschaft“ aktuell sowieso kaum Wirtschaft unterrichtet wird, dürfte das kaum Lehrplanänderungen notwendig machen). Die benötigten Lehrkräfte müssen aus- bzw. (um den kurzfristigen Bedarf zu decken) weitergebildet werden.

Begründung: Als Liberale treten wir für ein selbstbestimmtes Leben ein. In der heutigen Gesellschaft ist ein grundsätzliches Verständnis unseres Wirtschaftssystems essentiell, um selbstbestimmt leben zu können. Egal ob es Benzinpreisänderungen, Nachrichten zur EZB, Anlageberatungen oder Währungsumtäusche sind – Grundwissen in wirtschaftlichen Fragestellungen ist sowohl Teil einer wünschenswerten Allgemeinbildung als auch im alltäglichen Leben hilfreich. Nicht zuletzt ist eine gewisse wirtschaftliche Bildung die Grundvoraussetzung dafür, eigenverantwortlich wirtschaftlich tätig werden zu können; denn letztlich ist jeder, der sich versichert, privat vorsorgt oder auch nur ein Konto eröffnet, direkt oder indirekt am Kapitalmarkt aktiv.

Selbstverständlich geht es nicht darum, blinde Kapitalismusgläubige heranzuziehen. Wenn aber jeder Schulabgänger Kapitalismus, Kommunismus und die Soziale Marktwirtschaft kritisch hinterfragen könnte und in Grundlagen des Kapitalmarktes und des Rentensystem unterrichtet werden würde, trüge das zu einem deutlich besseren Verständnis der Geschehnisse in dieser Welt bei und würde hoffentlich deutlich mehr Menschen dazu befähigen, beispielsweise Bankberatungen einzuordnen und am Ende eigenverantwortlich wirtschaftliche Entscheidungen zu tätigen.

Infrastrukturprobleme in Hessen beseitigen

Beschlossen am 17.10.2017 auf unserer Kreismitgliederversammlung in Friedberg:

Infrastrukturprobleme in Hessen beseitigen

Die jungen Liberalen der Wetterau fordern eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation in Mittelhessen. Hierfür müssen der ÖPNV deutlich ausgebaut und die Straßen entlastet werden, wodurch die Pendelzeiten verkürzt werden, die ökologische Bilanz verbessert und das Einzugsgebiet Rhein-Main vergrößert und somit die Wohnraumsituation in und um Frankfurt am Main verbessert wird.

Konkret fordern wir:

Baldige Realisierung der Regionaltangenten West und Ost, womit viele Arbeitsplätze in und um Frankfurt aus deutlich mehr Orten des Frankfurter Umlandes mit kurzer Fahrzeit erreichbar sind. Insbesondere wird die Nutzung des ÖPNV für viele Pendler hierdurch erheblich attraktiver.

Weitere Vereinfachungen und Verbesserungen des Nahverkehrsnetzes Frankfurt (Pläne existieren zu genüge). Hierfür sind die benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen. Da die Verbesserung des ÖPNV auch der Entlastung der Straße und dem allgemeinen Standortvorteil dient, muss eine bessere, häufigere, schnellere und pünktlichere Anbindung möglichst vieler Gebiete in und um Frankfurt an den ÖPNV eine höhere Priorität als die kurzfristige Wirtschaftlichkeit des Ausbaus haben.

Zügiger Start des achtstreifigen Ausbaus der A3 und A5 in der gesamten Metropolregion Frankfurt (A3 zehnstreifig zwischen Frankfurter Kreuz und Offenbacher Kreuz).

Anbindung des Vogelsbergkreises an Frankfurt durch direkte Verbindungen über Regionalzüge. Insbesondere muss der nächste Regionalbahnhof mit Direktverbindung nach Frankfurt mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn in 20 Minuten erreichbar sein. Wir fordern in diesem Zusammenhang eine starke Unterstützung von Park und Rail.

Insgesamt muss die Nutzung des ÖPNV ohne Zwang für möglichst viele Pendler zur attraktivsten Option werden. Hierdurch werden auch Wohnräume an die Metropolregion Frankfurt angeschlossen, die nicht ausreichend an das Bahnnetz angeschlossen werden können, da das Pendeln mit dem Auto durch die entlasteten Straßen besser funktionieren würde. Allgemein ist eine gute Infrastruktur- und Wohnraumsituation ein gutes Standortargument für den Wirtschafts- und Universitätsstandort Hessen.